Die Sache mit dem Tierpfleger, dem Futter und dem Zebra

Neulich wurde ich gefragt, warum ich mich eigentlich so negativ über Windows 10 äußerte. Solche Kommentare und Warnungen wären ja noch von keinem Händler gekommen, und schließlich gibt es ja nichts anderes mehr und alle würden das verkaufen und auch kaufen, und wenn das alle machen, kann es doch gar nicht so schlimm sein. Und zum Ende des Gesprächs wurde mir noch gesagt, als Händler wäre ich doch wie ein Tierpfleger, und das Futter, in diesem Falle das Produkt, müsste doch dem Zebra, also dem Kunden, schmecken, und nicht dem Tierpfleger.

Daraufhin sagte ich: Natürlich muss das Futter dem Zebra schmecken. Aber welcher verantwortungsbewusste Tierpfleger verteilt schon guten Gewissens Futter, von dem bekannt ist, dass es eigentlich giftig ist, und dem Zebra in vielerlei Hinsicht nicht gut bekommen wird, nur weil es vielleicht anfangs ganz gut schmeckt?

Ich jedenfalls nicht. Ich möchte mit meinem Wissen auch einen Mehrwert für den Kunden bieten, Aufklärung leisten auch über die negativen Aspekte, und dabei auch ein wenig das Verantwortungsbewusstsein wecken, das jeder, der einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone benutzt, schon haben, oder entwickeln sollte. Daten sind ja auch etwas wert. Privatsphäre und so. Oh, ich vergaß, wir haben ja alle „nichts zu verbergen“. Wobei – wie groß wäre wohl der Aufschrei, wenn die Zusteller die Post vor der Zustellung erst öffnen und vorlesen würden? Aber dass Firmen wie Microsoft, Google & Co. alle E-Mails mitlesen, das ist ja kein Problem, nicht wahr?

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